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Politische Maßnahmen der koreanischen Regierung und Konjunkturaussichten für 2009
1. Gegenwärtige Wirtschaftslage
Die von den USA ausgehende Finanzkrise hat sich auf die Weltwirtschaft ausgeweitet und die Angst vor einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Rezession ausgelöst. Beispiellose Unsicherheiten auf dem weltweiten Finanzmarkt haben die Sorgen über einen möglichen Einbruch der Aktienkurse vergrößert.
Der Devisenmarkt hat sich dank des Währungsswap-Abkommens zwischen Korea und den USA (30. Okt.) schrittweise stabilisiert, aber die sekundären Finanzinstitute sowie die klein- und mittelständischen Unternehmen haben sowohl die Verschlechterung der Liquidität im Zusammenhang mit den Schwankungen des Aktienindex um etwa 1000 Punkte als auch die Anhebung der Zinssätze erlebt.
Im Hinblick auf die Realwirtschaft ist das Wirtschaftswachstum geschrumpft und ein Rückgang der Beschäftigung hat sich parallel zur weiteren Abschwächung der Inlandsnachfrage fortgesetzt.
• Koreas Kontokorrent verzeichnete bis September ein Defizit von 13,8 Milliarden US$, was sich nach Oktober aber voraussichtlich in einen Überschuss von etwa 1,5 Milliarden US$ verwandeln wird.
• Koreas Handelsbilanz verbuchte im Oktober 2008 einen Überschuss von 1,22 Milliarden US$, während sich das Importwachstum auf 12% verlangsamte, obwohl die Exporte aufgrund der Basiseffekte auf 10,2% absanken, die durch einen bedeutenden Exportanstieg von 22,9% im Jahresvergleich hervorgerufen wurden.
2. Politische Maßnahmen zur Überwindung der Wirtschaftskrise
Erstens wird die Regierung die Unsicherheit auf den Währungs- und Finanzmärkten vorbeugend beseitigen, die von der globalen Finanzkrise herrühren.
Zweitens wird die Regierung die Ausgaben erhöhen, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Realwirtschaft zu unterstützen.
Drittens wird die Regierung Wege zur wirtschaftlichen Entlastung der klein- und mittelständischen Unternehmen sowie der allgemeinen Leute vorbereiten.
3. Handlungspläne
Im Interesse der Marktstabilisierung wird sich die Regierung auf die Absicherung der Liquidität konzentrieren, indem sie Währungsswap-Abkommen ausweitet, Devisenreserven erhöht und ihre Bemühungen zur Stabilisierung der Devisenkurse aufrechterhält.
• Das Liquiditätsangebot für Banken, Geschäfts- und Investmentbanken sowie Aktienverwaltungsunternehmen wird in dem Bemühen erhöht, Stabilität auf dem einheimischen Finanzmarkt zu schaffen. Weitere Anstrengungen werden unternommen, beispielsweise in Bezug auf die Verbesserung der Voraussetzungen für die Vergabe von Bankanleihen, um niedrigere Zinssätze zu halten.
• Darüber hinaus werden zusätzlich Investitionen durch die staatlichen Banken (Korea Development Bank, Industrial Bank of Korea, Korea Eximbank), den Korea Credit Guarantee Fund, den Kibo Technology Fund und die Korea Housing Finance Corporation getätigt, um die finanzielle Unterstützung für die klein- und mittelständischen Unternehmen auszuweiten.
Um die Realwirtschaft wieder zu beleben, wird die koreanische Regierung die Finanzausgaben erhöhen, die Immobilienmärkte sowie Bauvorhaben unterstützen und Investitionen durch die Veränderung von Bestimmungen fördern.
• Die Regierung wird in Erwartung eines Anstiegs der Wachstumsrate um 0,5 % einen Etat in Höhe von 14 Billionen Won einbringen, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Inlandnachfrage zu fördern.
- 11 Billionen Won sind vorgesehen, dafür sind 1 Billionen Won für Investitionen in öffentliche Körperschaften bestimmt, die sich auf das Sozialkapital (SOC) und die Stabilisierung des Lebensunterhaltes der Menschen, wie die Unterstützung der klein- und mittelständischen Unternehmen und kleine Geschäftsinhaber richten. - In der Hoffnung, die Investitionen durch die Privatsektoren zu fördern, werden 3 Billionen Won für Steuersenkungen ausgegeben. - Finanzielle Aufwendungen werden eher als geplant eingesetzt (50% in der ersten Hälfte dieses Jahres und etwa 60% in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009)
• Darüber hinaus wird die Regierung verhindern, dass sich eine Abschwächung auf dem Immobiliensektor und im Baugewerbe zu einer Insolvenz der Finanzinstitutionen ausweitet.
- Übertriebene Vorschriften, die sich auf die Neubebauung von Apartmenthäusern und Immobilienspekulationen beziehen, werden gelockert. Beispielsweise werden Immobilienspekulationszonen freigegeben und Weiterverkaufsbeschränkungen in den Großstadtgebieten gelockert. Darüber hinaus wird die Steuerbefreiung für die Übertragung von Immobilien außerhalb Seouls ausgeweitet.
• Die Regierung wird zudem die Bestimmungen in Bezug auf Land, Umwelt und Arbeit aufheben.
- Landnutzungsbeschränkungen in Besiedlungskontrollzonen und Naturschutzzonen werden rationalisiert. Umweltbestimmungen, die im Vergleich zu denen der konkurrierenden Länder übertrieben scheinen, werden überarbeitet und rationalisiert und von ortsbezogenen Beschränkungen zur Emissionskontrolle der Gesamtmenge umgewandelt. Mit Bezug auf das Thema Arbeit wird das Beschäftigungssystem für Zeit- und Leiharbeiter verbessert, um die Nebeneffekte von Gesetzen, wie etwa die Arbeitsplatzunsicherheit von Zeitarbeitern, zu verringern.
• In der Absicht, die klein- und mittelständischen Unternehmen (SMEs) zu unterstützen und den Lebensunterhalt der allgemeinen Leute zu erhöhen, wird die Regierung die finanziellen Unterstützung für SMEs ausweiten, die Hypothekenzinssätze absenken und einkommensschwachen Familien finanzielle Unterstützung zukommen lassen sowie die Kreditkartengebühren senken.
- Es wird Bemühungen geben, die Probleme der Jugendarbeitslosigkeit in Angriff zu nehmen und die Unterstützung für Arbeitslose und einkommensschwache Studenten zu verstärken.
4. Konjunkturaussichten für 2009 unter Berücksichtigung der politischen Maßnahmen
Das Wirtschaftswachstum Koreas wird sich 2009 voraussichtlich auf 4% belaufen, berücksichtigt man die politischen Maßnahmen (33 Billionen Won, 1%-Punkt), welche vorangegangene Maßnahmen (9 Billionen Won), den bestehenden Entwurf zur Steuersenkung (10 Billionen Won) und die derzeitigen Maßnahmen (14 Billionen Won) umfassen. Wenn allerdings nur die äußeren und inneren Bedingungen auf objektive Weise angegeben werden, wird es sich voraussichtlich auf 3% belaufen.
* Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich auf eine anhaltende Rezession zusteuern.
Wachstumsrate für 2008 & 2009 prognostiziert vom IWF
(%, Prognose im September 2008 -> Prognose im Oktober 2008)
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Welt |
USA |
Eurozone |
China |
| Konjunkturaussichten 2008 |
3,9 -> 3,9 |
1,7 -> 1,6 |
1,4 -> 1,3 |
9,7 -> 9,7 |
| Konjunkturaussichten 2009 |
3,7 -> 3,0 |
0,8 -> 0,1 |
0,7 -> 0,2 |
9,8 -> 9,3 |
Bezüglich der Beschäftigungslage wird die Zahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der politischen Maßnahmen um etwa 200.000 steigen. Wenn allerdings nur die äußeren und inneren Bedingungen auf objektive Weise angegeben werden, wird die Zahl vermutlich um 120.000 – 130.000 steigen.
Des Weiteren wird prognostiziert, dass das Kontokorrentkonto für 2009 einen Überschuss in Höhe von 5 Milliarden US$ verbuchen wird, was schätzungsweise dem Abfall der Ölpreise zu verdanken ist. Die Verbraucherpreise werden sich voraussichtlich in einem Abwärtstrend einrichten, im 3%-Bereich, der aus dem Rückgang der Rohstoffpreise und der schleppenden Inlandsnachfrage resultiert.
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Wachstumsrate |
Anstieg der Lohnarbeiter |
| Objektive Bedingungen (A) |
Etwa 3 % |
120.000 – 130.000 |
| Politische Maßnahmen (B) |
Etwa 1 %-Plus |
Plus 70.000 ~ 80.000 |
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Steuersenkung, wie Ölsteuersenkung (4,4 Billionen Won), über- arbeitetes Budget (4,6 Billionen Won) -> Plus 0,2 % Prozentpunkte |
Gestiegene Wachstumsrate (3% -> 4 %)
Weitere Verbesserungen - Revitalisierung der Bauvorhaben - Erweiterte Investitionen mittels Deregulierungen - Erhöhte Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt |
Gegenwärtiger Entwurf zur Steuersenkung (10,3 Billionen Won für 2009) -> Plus 0,3 Prozentpunkte |
Politische Maßnahmen dieser Zeit -> Plus 0,5 % Prozentpunkte o 11 Billionen Won für öffentliche Ausgaben 0,4 % Prozentpunkte o Zusätzliche Steuersenkungen 0,03 % Prozentpunkte o Zeitnahe Einsetzung der finanziellen Aufwendungen 0,1 Prozentpunkte |
Umgestaltung der Bestimmungen und niedrigere Zinssätze -> + α |
| A + B |
Etwa 4 % |
Etwa 200.000 | |