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[Innenpolitik] |
[17.08.09] Rede des Präsidenten zum 64. Jahrestag der nationalen Befreiung |
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17.08.2009 |
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 Liebe Mitbürger im In- und Ausland, verehrte Gäste,
vor etwa 90 Jahren haben unsere Vorfahren, die ihr Land verloren hatten, eine Exilregierung in Schanghai aufgebaut und der Welt demonstriert, dass Korea ein unabhängiges Land war, dass eine Fremdherrschaft nicht tolerieren würde.
Vor 64 Jahren haben wird erlebt, wie die ganze Nation überwältigt war vor Freude über ihre Unabhängigkeit. Wir haben uns versammelt und wurden eins in unserer unbeschreiblichen Euphorie.
Heute vor 61 Jahren flatterte die Staatsflagge als Ausdruck des Stolzes auf die Nation hoch im Wind, als der erste Präsident, Syngman Rhee, die Gründung unserer Nation verkündete, während seine Stimme vor Überwältigung und Freude leicht zitterte.
Heute, da wir den Jahrestag der Befreiung begehen, möchte ich der Bevölkerung Koreas, die dieses Land zu dem gemacht hat, was es heute ist, ein weiteres Mal meinen Respekt erweisen.
Koreanische Bürger sind Helden, die auch in den düstersten Momenten der vergangenen 60 Jahre unserer modernen Geschichte immer wieder Hoffnung und Möglichkeiten entdeckt haben. Jeder einzelne Koreaner ist ein Held. Der Geist unserer Vorfahren, die sich dem Aufbau und der Verteidigung unseres Landes gewidmet haben, ist heute noch lebendig und ist wahrscheinlich eines der wertvollsten Dinge, die wir geerbt haben.
Liebe Mitbürger,
1948 haben wir als neues Mitglied der internationalen Gemeinschaft die Republik Korea gegründet. Damals waren wir jedoch noch ein kleines Land. Kaum zwei Jahre nach der Gründung eines modernen Korea, litt die Nation unter dem Koreakrieg. Wir bekamen Hilfe von anderen Ländern und Korea wurde zum Synonym für Krieg und Armut.
Heue steht die Nation Seite an Seite mit anderen führenden Nationen. Korea ist nicht länger nur ein kleiner Schmutzfleck in der globalen Welt, sondern ist zu einer führenden Nation geworden. In Korea hergestellte Autos und Elektrowaren sind weltweit anerkannt. Mehr als 400 koreanische Produkte entsprechen heute den weltweiten Standards. Korea ist zu einem Land geworden, mit dem alle Nationen weltweit engere Beziehungen knüpfen wollen.
Das 21. Jahrhundert ist geprägt von weltweiten Veränderungen. Es wird oft als Zeitalter der Globalisierung beschrieben. Es ist auch ein Zeitalter, das die Betonung auf Freiheit und Umweltschutz legt. Die Interessen einer einzelnen Nation können nicht länger getrennt betrachtet werden von den universellen Interessen der Weltgemeinschaft.
Diplomatie und Wirtschaft gehören zusammen und Innenpolitik und die internationale Politik beeinflussen einander gegenseitig. Es ist nicht länger möglich, die Dinge auf eigene Faust zu tun. Das 21. Jahrhundert fordert von uns, eine aktivere Rolle auf der Weltbühne zu übernehmen.
Das ist der Grund, weshalb meine Regierung ihr Äußerstes getan hat, um unserer Politik mehr globale Aspekte zu verleihen und auf der internationalen Bühne eine stärkere Führungsrolle zu übernehmen. Das Bündnis zwischen Korea und den USA ist stärker als jemals zuvor und Korea pflegt ein freundschaftliches Verhältnis mit vielen Ländern. Korea wird zukünftig mit zahlreichen Ländern Freihandelsabkommen geschlossen haben. Dieser Fokus auf internationale Beziehungen hat dazu geführt, dass wir uns in Bezug auf die Bewältigung der weltweiten Finanzkrise der Gruppe der führenden Länder der Welt anschließen. Wir werden auch den Vorsitz beim nächsten G20-Gipfel übernehmen und haben die Gespräche über die Themen grünes Wachstum und Freihandel geleitet.
Meine verehrten Mitbürger,
trotz alledem zeigt ein Blick auf das innere Geschehen, dass nicht alles nur rosig ist. Wir haben einen hohen Preis gezahlt, um eine Demokratie zu werden, aber es liegt noch ein Stück Weg vor uns. Die Halbinsel ist zweigeteilt, und es gibt Konflikte der Regionen untereinander sowie zwischen Management und Arbeitnehmerschaft.
Allerdings würde ich das nicht nur negativ sehen. Wenn wir diese Dynamik, die sich in Form von Konflikten artikuliert, in positive Energien umwandeln können, würde dies ein größeres Potenzial für den Fortschritt bedeuten.
An dieser Stelle bekommt ein zentristischer Pragmatismus Bedeutung. Dies bedeutet keinen eilig geschlossenen Kompromiss zwischen Links und Rechts, sondern vielmehr die Absicht, ein neues Licht auf den Geist unserer Verfassung zu werfen – die Werte der Freiheit und der Demokratie sowie der Marktwirtschaft zu respektieren und sie auf eine höhere Ebene zu bringen. Er bedeutet auch, die Menschen in den Vordergrund zu stellen und sicherzustellen, dass nationaler Fortschritt zu persönlichem Glück führt.
Grünes Wachstum ist in der Tat eine der wichtigsten Visionen. Wir haben die Idee vom grünen Wachstum auf unsere Wirtschaft übertragen und sehen die Ergebnisse, dass das, was besser für die Wirtschaft ist, auch besser für die Umwelt ist und umgekehrt. Im Juni hat die OECD diese koreanische Initiative als offizielle Ministererklärung angenommen. Die Bedeutung dieser Methode findet weltweit Anerkennung.
Um die Teilungen und Konflikte innerhalb unserer Gesellschaft zu überwinden, werde ich einen Sonderausschuss für den gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen, der direkt meiner Aufsicht untersteht.
Verehrte Mitbürger,
ich bin der Auffassung, dass der Schlüssel dafür, Weltstandards zu erreichen, darin liegt, die Politik transparenter und produktiver zu gestalten. Produktive Politik positioniert die Menschen und das Geschehen des Landes im Zentrum. Selbstverständlich bilden Wahlen den Kern eines demokratischen Systems, aber die traurige Tatsache ist, dass Korea schlicht zu viele Wahlen abhält, eine nach der anderen und jedes Mal erleben wir mit den Wahlen auch eine Vertiefung der Konflikte zwischen den Parteien, den Regionen und den gesellschaftlichen Schichten. Diese häufigen Wahlen bedeuten vielfach ein Hindernis, das Land zu regieren. Es ist an der Zeit, ernsthaft über die Reduzierung der Anzahl der Wahlen zu sprechen.
Unproduktive Politik begründet sich im Regionalismus. Das gegenwärtige Wahlsystem verschlimmert den Regionalismus und ermutigt die gewählten Politiker, sich nur ihren regionalen Interessen zu widmen. Das untergräbt unzweifelhaft eine politische Produktivität. Die Verwaltungsbezirke, die vor etwa 100 Jahren geschaffen wurden, verstärken dieses Phänomen nur und sind zu einem Hindernis für eine wirksame regionale Entwicklung geworden. Wenn wir diesen negativen Regionalismus beseitigen wollen, müssen wir das Wahlsystem ändern.
Liebe Mitbürger,
ich möchte auch die Gelegenheit ergreifen, Nordkorea zu verdeutlichen, dass Atomwaffen nicht dessen Sicherheit garantieren können, sondern vielmehr ein Hindernis sind für eine bessere Zukunft Nordkoreas.
Ich hoffe, dass der Norden und der Süden einen ehrlichen und offenen Dialog darüber haben werden, was es für Nordkorea bedeuten wird, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Ich hoffe, einen Weg zu finden, der es Nordkorea erlaubt, sich selbst zu verteidigen, und der es aber dem Norden und dem Süden auch ermöglicht, gemeinsam zu prosperieren. Wenn der Norden sich so entschlossen zeigt, wird meine Regierung eine neue Friedensinitiative für die koreanische Halbinsel anbieten. Wir werden ein internationales Kooperationsprogramm finden, um die wirtschaftliche Entwicklung im Norden sicherzustellen, um die Lebensqualität für die nordkoreanische Bevölkerung zu erhöhen.
Zusammen mit der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel muss auch über die Reduzierung der konventionellen Waffen gesprochen werden. Es ist beispiellos, dass eine solche Anzahl schwerer Artillerie und Truppen an der schmalen, vier Kilometer breiten Entmilitarisierten Zone (DMZ) seit mehr als einem halben Jahrhundert postiert ist. Wie können wir möglicherweise über Frieden und Zusammenarbeit sprechen, wenn wir Millionen von Waffen aufeinander richten? Wenn der Norden und der Süden ihre konventionellen Waffen und ihre Truppen reduzieren, werden enorme Ressourcen freigesetzt, um die Wirtschaft auf beiden Seiten zu stärken. Es ist jetzt an der Zeit, dass der Norden und der Süden sich zusammensetzen und über diese Themen sprechen. Ich möchte deutlich zum Ausdruck bringen, dass meine Regierung bereit ist, mit den Gesprächen und der Zusammenarbeit mit dem Norden zu beginnen, jederzeit, auf jeder Ebene.
Liebe Mitbürger,
lassen Sie uns diese Gelegenheit ergreifen, uns selbst ein Versprechen zu geben, ein Versprechen, dass zu einem größeren Korea führen wird, eines, dass ein Zeichen im 21. Jahrhundert hinterlassen wird. Ich glaube, dass dieses Ziel erreichbar ist.
Vielen Dank.
(Auszug aus der Rede vom 15. August)
Quelle: Präsidialamt Cheong Wa Dae
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