Das Land

Korea liegt auf einer Halbinsel, die von Nord nach Süd 1.000 km misst. Die koreanische Halbinsel liegt im nordöstlichen Teil des asiatischen Kontinents, wo sich die koreanischen Gewässer mit dem westlichen Teil des Pazifiks vereinen. Im Norden grenzt die Halbinsel an China und Russland, im Osten an das Ostmeer, auf dessen anderer Seite Japan liegt. Nebst dem Festland gehören zu Korea noch 3.200 Inseln.
Mit einer Gesamtfläche von 222.154 qkm ist die koreanische Halbinsel ungefähr so groß wie Großbritannien oder Rumänien. Abgesehen von dem bereits urbar gemachten Land gelten noch etwa 45 Prozent dieses Gebiets, also 99.617 qkm der Landfläche, als kultivierbar. Zwei Drittel des Landes sind gebirgig, vergleichbar mit Ländern wie Portugal, Ungarn oder Irland.
Das Taebaeksan-Gebirge erstreckt sich über die gesamte Ostküste. Durch die peitschenden Wellen des Ostmeers sind dort Klippen und kleine felsige Inseln entstanden. Im Westen und Süden fallen die Bergketten sanft zum Meer hin ab, wobei Ebenen und zerklüftete Inseln entstanden sind.
Die koreanische Halbinsel hat so viele landschaftlich schön gelegene Berge und Flüsse, dass die Koreaner ihr Land häufig mit besticktem Brokat vergleichen. Der höchste Berg ist der Baekdusan, der heute in Nordkorea an der Grenze zu China liegt. Er ist 2744 m hoch. Der Baekdusan ist ein erloschener Vulkan mit einem Kratersee, Cheonji, “himmlischer See”, genannt. Der Berg gilt als ein besonders wichtiges Symbol für den Geist der Koreaner und findet sogar in der Nationalhymne Erwähnung.
Im Vergleich zu seiner Größe hat Korea relativ viele Flüsse, die die Lebensgewohnheiten der Koreaner stark geprägt und eine entscheidende Rolle bei der Industrialisierung des Landes gespielt haben. Die beiden längsten Flüsse in Nordkorea, der Amnokgang (auch Yalu genannt) mit 790 km Länge und der Dumangang (auch Tumen genannt) mit einer Länge von 521 km, entspringen auf dem Baekdusan. Sie fließen nach Westen bzw. nach Osten und bilden die nördliche Grenze der Halbinsel.
Die längsten Flüsse im Süden der Halbinsel sind der Nakdonggang (525 km) und der Hangang (494 km). Der Hangang fließt durch die Hauptstadt Seoul. Er ist die Lebensader für die dicht besiedelte Region des modernen Koreas. Bereits zur Zeit der alten Königreiche hat der Hangang eine große Rolle für die dort lebende Bevölkerung gespielt.
Als Halbinsel ist Korea an drei Seiten von Meer umgeben. Diese geografische Lage hat das Leben der Bewohner wesentlich beeinflusst und dazu beigetragen, dass sie bereits früh eine große Geschicklichkeit als Schiffsbauer und Seefahrer entwickelten.
Das Klima
Korea hat vier Jahreszeiten. Frühling und Herbst sind eher kurz, die Sommer heiß und feucht, und in den trockenen, kalten Wintern schneit es mancherorts sehr viel.
Die Durchschnittstemperatur liegt je nach Region bei 6ºC und 16ºC. Im August, der heißesten Zeit des Jahres, liegt die Durchschnittstemperatur zwischen 19° C und 27° C, im Januar, dem kältesten Monat, zwischen -8° C und 7° C.
Zu Beginn des Frühlings bringt der Wind aus den Wüsten Nordchinas gelben Sandstaub mit. Ab Mitte April sind die Temperaturen mild, und auf den Bergen und Wiesen blühen wild wachsende Blumen in leuchtenden Farben. Zu dieser Zeit fangen die Bauern an, die Reisfelder zu bestellen.
Der Herbst mit seiner frischen Luft und dem tiefblauen Himmel ist die Jahreszeit, die die Koreaner am meisten lieben. Das Land ist in prächtige herbstliche Farben getaucht, es ist die Zeit der Ernte, und es finden viele Volksfeste statt, die ihre Wurzeln in uralten ländlichen Traditionen haben.
Die Menschen
Alle Koreaner haben den gleichen ethnischen Ursprung und sprechen eine Sprache. Sie haben gemeinsame physische Züge und stammen von verschiedenen mongolischen Stämmen ab, die von Zentralasien aus auf die koreanische Halbinsel abgewandert sind.
Im 7. Jahrhundert wurden die verschiedenen Einzelstaaten zum ersten Mal im Silla-Reich (57 v. Chr. - 935 n. Chr.) geeint. Diese Homogenität hat die Koreaner vor ethnischen Auseinandersetzungen bewahrt und dazu beigetragen, dass sich ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt.
Ende 2005 umfasste Koreas Gesamtbevölkerung schätzungsweise 48.294.000 Menschen mit einer Bevölkerungsdichte von 474 Menschen pro Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl Nordkoreas beträgt etwa 22.928.040 Menschen.
In den 1960er Jahren ist die Bevölkerung jährlich um drei Prozent gewachsen, in dem darauf folgenden Jahrzehnt aber nur noch um zwei Prozent. 2005 lag die Wachstumsrate bei 0,44 Prozent, und es wird mit einem fortlaufenden Rückgang des Bevölkerungswachstums bis zu 0,01 Prozent im Jahre 2020 gerechnet.
In Bezug auf die demografische Entwicklung lässt sich eine jährliche Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung nachweisen. Statistiken belegen, dass 6,9 Prozent der Bevölkerung im Jahr 1999 ein Alter von 65 Jahren aufwiesen oder noch älter waren. Im Jahr 2005 waren es bereits 9,1 Prozent.
In den 1960er Jahren entsprach die Aufteilung der Bevölkerung in Jung und Alt der Form einer Pyramide: die Geburtenrate war hoch, die Lebenserwartung relativ niedrig. Heute nimmt die Altersgruppenverteilung eher die Form einer Glocke an, weil die Geburtenrate niedriger, die Lebenserwartung aber gestiegen ist. Der Anteil der jungen Menschen (15 Jahre und jünger) wird immer kleiner, während der Anteil der älteren Bürger (65 Jahre und älter) bis zum Jahr 2020 etwa 15,7 Prozent ausmachen wird.
Die schnelle Industrialisierung und Urbanisierung des Landes in den 1960er und 1970er Jahren hatte zur Folge, dass immer mehr Menschen von den ländlichen in die städtischen Gebiete zogen, insbesondere nach Seoul. Dadurch sind städtische Ballungsgebieten entstanden. In den letzten Jahren ließ sich beobachten, dass immer mehr Menschen aus der Innenstadt Seouls in die Randgebiete abwanderten.

Die Sprache

Die Tatsache, dass alle Koreaner dieselbe Sprache sprechen, hat zu ihrer ausgeprägten nationalen Identität geführt. Im modernen Koreanisch gibt es verschiedene Dialekte neben der Standardsprache, die vor allem in Seoul gesprochen wird. Außer dem Dialekt, der in der Provinz Jeju-do gesprochen wird, sind sich die Dialekte aber sehr ähnlich, so dass keine Verständigungsprobleme auftreten.
Linguistische und ethnologische Studien belegen, dass die koreanische Sprache zur altaischen Sprachgruppe gehört, zu der auch die türkische, mongolische und tungusischmandschurische Sprache zählen.
Die koreanische Schrift, Hangeul genannt, wurde im 15. Jahrhundert von König Sejong dem Großen entwickelt. Vor Einführung dieses Alphabets beherrschte nur ein verhältnismäßig kleiner Prozentsatz der Bevölkerung die chinesischen Schriftzeichen, da diese sehr schwer zu lernen sind.
Bei seinem Bemühen, ein koreanisches Alphabet auszuarbeiten, studierte König Sejong verschiedene Schriftsysteme, wie beispielsweise die alten chinesischen Schriftzeichen, die Uighur-Schrift und die mongolische Schrift.
Die Schrift, die schließlich erarbeitet wurde, beruht hauptsächlich auf phonologischen Studien. Sie folgte vor allem einer Theorie der Dreiteilung einer Silbe in An-, Mittel- und Auslaut und nicht der in der traditionellen chinesischen Phonologie üblichen Zweiteilung.
Das Hangeul-Alphabet besteht aus zehn Vokalen und 14 Konsonanten, die zu zahlreichen Silbenkombinationen zusammengestellt werden können. Hangeul ist einfach und doch systematisch und umfassend, es gilt als eines der wissenschaftlichsten Schriftsysteme der

Welt. Es ist leicht zu lernen und zu schreiben, was entscheidend zu der niedrigen Analphabetenrate und zum fortschrittlichen Verlagswesen in Korea beigetragen hat.