In dem präsidialen Regierungssystem regiert der Präsident
mit Hilfe des Kabinetts, das aus 15 bis 30 Mitgliedern besteht
und dessen Vorsitzender er ist. Er ist für alle wichtigen
Regierungsentscheidungen allein verantwortlich. Der
Präsident ernennt den Ministerpräsidenten, der dann durch
die Nationalversammlung bestätigt werden muss. Als zweitwichtigster
Mann nach dem Präsidenten hat der
Ministerpräsident in der Exekutive die Aufsicht über die
Minister; er leitet auch das Büro zur Koordinierung der
Politik, ist aber letztlich dem Präsidenten verpflichtet. Der
Ministerpräsident hat auch das Recht, sich an politischen
Entscheidungsprozessen zu beteiligen und an den
Versammlungen der Nationalversammlung teilzunehmen.
Der Ministerpräsident hat zwei Stellvertreter, die verpflichtet
sind, die ihnen vom Ministerpräsidenten gestellten
Aufgaben zu erledigen. Die beiden stellvertretenden
Ministerpräsidenten haben gleichzeitig das Amt des
Ministers für Finanzen und Wirtschaft sowie des Ministers für
Erziehung und Fortbildung inne.
Die Mitglieder des Kabinetts werden auf Vorschlag des
Ministerpräsidenten vom Präsidenten ernannt. Ihnen obliegt
die Leitung ihrer Ministerien, sie beteiligen sich an politischen
Entscheidungsprozessen, sie können im Namen des
Präsidenten handeln und jederzeit an den Sitzungen der Nationalversammlung teilnehmen, um ihren Standpunkt darzulegen.
Die Mitglieder des Kabinetts sind allein gegenüber
dem Präsidenten verantwortlich.
Abgesehen vom Kabinett unterstehen dem Präsidenten
mehrere Behörden direkt, die für die Festlegung und
Umsetzung nationaler Politik zuständig sind: Das Amt für
Rechnungsprüfung und Inspektion von Korea, der Staatliche
Nachrichtendienst, der Ausschuss für den öffentlichen
Dienst, der Präsidialausschuss für kleinere und mittlere
Unternehmen, der Ombudsmann von Korea und der
Unabhängige Ausschuss gegen Korruption.Die Leiter dieser
Behörden werden direkt vom Präsidenten ernannt. Die
Ernennung des Vorsitzenden für das Amt für Rechnungsprüfung
und Inspektion bedarf allerdings der Zustimmung
der Nationalversammlung.
Das Amt für Rechnungsprüfung und Inspektion ist verantwortlich
für die Rechnungsprüfung zentraler und lokaler
Regierungsbehörden, staatlicher Gesellschaften und ähnlicher
Organisationen. Das Amt hat auch das Recht, Machtmissbrauch
oder Fehlverhalten von Staatsbediensteten aufzudecken.
Die Ergebnisse solcher Untersuchungen werden dem Präsidenten und auch der Nationalversammlung vorgelegt,
obwohl das Amt dem Präsidenten direkt untersteht.
Der Staatliche Nachrichtendienst hat den Auftrag,
Nachrichtenmaterial im In- und Ausland sowie Informationen
über subversive und kriminelle, internationale Aktivitäten zu
sammeln. Er plant und koordiniert die nachrichtendienstlichen
und sicherheitspolitischen Aktivitäten der Regierung.
Der 1999 gegründete Ausschuss für den öffentlichen Dienst
ist verantwortlich für eine faire und effiziente Personalpolitik
bei den Staatsbediensteten.
1998 wurde ein Präsidialausschuss zur Förderung von kleinen
und mittleren Unternehmen eingerichtet. Seit 1994 gibt es
einen Ombudsmann, der als Kontrollinstanz zur Aufdeckung
unsauberer Praktiken innerhalb der Regierung fungiert.
Die 2002 ins Leben gerufene, unabhängige Kommission
gegen Korruption hat das Recht, alle notwendigen Maßnahmen
gegen Korruption zu ergreifen. Es liegt in ihrer
Verantwortung, Antikorruptionsmaßnahmen zu planen und
zu bewerten, Erziehung und Öffentlichkeitsarbeit zu
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