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Koreas internationale Beziehungen
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Seit ihrer Gründung 1948 hat sich die Republik Korea dem
Prinzip der Demokratie und der freien Markwirtschaft verschrieben.
Die auswärtigen Beziehungen haben sich seitdem
sehr verändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es aufgrund
der Ost-West-Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten
von Amerika und der Sowjetunion zum Kalten Krieg. In der
Ausrichtung ihrer Außenpolitik stand die Republik Korea im
Einklang mit den westlichen Demokratien. In den Jahren
nach dem Koreakrieg (1950-53) erlebte die internationale
Gemeinschaft Korea als ein zerstörtes, von Armut gezeichnetes
Land. Dieses änderte sich nach 1962 aber schnell, nachdem
Korea eine exportorientierte Wirtschaftspolitik verfolgte und
begann, aktiv am Welthandel teilzunehmen.
Als sich die Ost-West-Konfrontation während des Kalten
Krieges weiter verschärfte, begann die Republik Korea als
Mitglied des westlichen Blocks, ihre Auslandsbeziehungen
auszubauen, die Beziehungen zu den traditionellen
Verbündeten weiter zu verbessern und eine gute Zusammenarbeit
mit den Ländern der Dritten Welt aufzubauen. Seit den
1970er Jahren ist die Politik der Republik Korea darauf ausgerichtet,
eine friedliche Wiedervereinigung der koreanischen
Halbinsel zu erreichen. Die Republik Korea vertiefte ihre
freundschaftlichen Beziehungen zu ihren Verbündeten weiter
und engagierte sich in internationalen Organisationen.
Seit den 1980er Jahren ist sie bestrebt, mit allen Ländern aufallen Gebieten zusammenzuarbeiten. In den späten 1980er
und frühen 1990er Jahren kam es in Osteuropa und der
Sowjetunion zu epochalen Veränderungen, die das Ende des
Kalten Krieges bedeuteten. Die Republik Korea machte sich
diese Entwicklung zunutze und fing behutsam an, die “Nordpolitik”
zu verfolgen.
Durch die “Nordpolitik” war es möglich, die Beziehungen
zu Ländern des ehemaligen Ostblocks, die aufgrund der ideologischen
Differenzen eingefroren waren, wieder zu beleben.
Die Beziehungen zu den meisten Ländern, einschließlich zu
China und den ehemaligen Sowjetrepubliken, normalisierten
sich bald, so dass sich Koreas außenpolitische Beziehungen
wahrhaft global gestalteten. Im September 1991 traten die
Republik Korea und Nordkorea gleichzeitig den Vereinten
Nationen bei, wodurch der Erfolg der “Nordpolitik” sichtbar
wurde.
Außerdem wurden im Dezember 1991 das “Abkommen
über Versöhnung, Nichtangriff, Austausch und Zusammenarbeit”
(auch als Grundsatzabkommen zwischen der Republik
Korea und Nordkorea bezeichnet) und die “Gemeinsame
Erklärung zur nuklearen Abrüstung auf der koreanischen
Halbinsel” zwischen der Republik Korea und Nordkorea
unterzeichnet.
Damit wurde der Grundstein für eine friedliche Koexistenz
der Republik Korea und Nordkorea gelegt und ein erster wichtiger
Schritt in Richtung Wiedervereinigung der koreanischen
Halbinsel getan. |
Koreas internationale
Wirtschaftsbeziehungen |
Mit Beendigung des Kalten Krieges hat sich auch die
Wirtschaftspolitik in eine andere Richtung entwickelt. Länder
mit einer exportorientierten Wirtschaft, wie die Republik Korea, befanden sich plötzlich in einem ganz anderen politischen
Umfeld. Korea hatte den größten Teil seines Handels
mit Industrieländern, wie den Vereinigten Staaten von Amerika,
Japan oder den Ländern der Europäischen Union, abgewickelt.
Das führte wegen unausgeglichener Handelsbilanzen oft zu
Reibungen. Nachdem Korea seinen Handel mit den Entwicklungsländern
allmählich ausweitete, ließ der Handel mit den
Industrieländern kontinuierlich nach.
Der Handel der Republik Korea mit Entwicklungsländern
und den Ländern Osteuropas wird weiter zunehmen, solange
Koreas Wirtschaft wächst und der Industrieschwerpunkt auf
der Technologie liegt. Nach Abschluss der Umstrukturierung
seiner Industrieunternehmen wird Korea in der Lage sein,
einen größeren Beitrag zur internationalen wirtschaftlichen
Entwicklung zu leisten, indem es enger mit den Entwicklungsländern
im Sinne des gegenseitigen Austauschs zusammenarbeitet.
Die Industrienationen werden auf dem Gebiet der
Wissenschaft und Technologie weiterhin führend sein. Um in
Zukunft Auseinandersetzungen wegen unausgeglichener
Handelsbilanzen zu vermeiden, wird Korea im gleichen Maße
wie die Entwicklungsländer seine Märkte öffnen müssen,
zunächst für Industrie- und Agrarprodukte und dann auch für
Dienstleistungen.
Globale Umweltveränderungen, wie die Abnahme der
Ozonschicht, die Erwärmung der Erdatmosphäre und die
Abholzung der Wälder, stellen für alle Menschen auf der Welt
eine neue Herausforderung dar.
Nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der
Vereinten Nationen (UNCED) im Juni 1992, die als “Earth
Summit” bezeichnet wurde, ist auch in Korea die Botschaft
angekommen, dass die wirtschaftliche Entwicklung nicht zur
Beschädigung der Umwelt führen darf, die für alle Menschen
die Lebensgrundlage bildet.
Die Koreaner waren besonders stolz auf den Beitrag, den
sie geleistet haben, damit die Erklärung von Rio und die
Agenda 21 angenommen wurden. Das Ziel der neuen Politik
ist es, Umwelt und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang
zu bringen, einen Ausgleich zwischen Handel und Umwelt zu
schaffen und sich aktiv an den globalen Maßnahmen zum
Schutz der Umwelt zu beteiligen.
Das Schlussabkommen der Uruguay-Runde sieht eine
umfassende Reduktion der Zölle und eine generelle
Abschaffung von Handelsschranken vor. Das ist ein entscheidender
Schritt in Bezug auf die weltweiten Bemühungen,
einen uneingeschränkt freien Handel zu erreichen. Die
Republik Korea will ihren Beitrag dazu leisten, indem sie ihre
Märkte öffnet. |
Diplomatische Aktivitäten für internationalen
Frieden und Zusammenarbeit |
Im September 1991 ist die Republik Korea als Vollmitglied
den Vereinten Nationen beigetreten. Seitdem hat sie sich im
Rahmen ihrer Stellung in der internationalen Gemeinschaft
aktiv an multilateralen diplomatischen Aktivitäten beteiligt.
Im September 2001 wurde Dr. Han Seung-soo, damals
Außen- und Handelsminister, zum Präsidenten der 56.
Sitzungsperiode der Vollversammlung gewählt.
Korea hat aber schon vor seiner Mitgliedschaft eine aktive
Rolle in verschiedenen UN-Organisationen gespielt, so in dem
Internationalen Währungsfonds (IWF), der Internationalen
Bank für Aufbau und Entwicklung (IBRD), der UNOrganisation
für Industrielle Entwicklung (UNIDO), in der
Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung,
Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ebenso wie beim GATT,
dem Allgemeinen Abkommen für Handel und Zölle sowie in
anderen zwischenstaatlichen Körperschaften.
Korea hat auch mit dazu beigetragen, das “Goodwill-
Programm der Botschafter”, das Teil des Antidrogenprogramms
der Vereinten Nationen war, ins Leben zu rufen.
Es war Gastgeber der 18. Sitzung der Vorsitzenden der
Kommissionen zur Durchsetzung der Antidrogengesetze in
Asien und im Pazifik, die im September 1993 in Seoul stattfand.
Als Mitglied der Vereinten Nationen hat die Republik
Korea das Ziel verfolgt, eine immer größere Rolle in der internationalen
Gemeinschaft zu spielen. 1992 wurde es Mitglied
folgender wichtiger UN-Kommissionen: der Kommission
zur Verhütung von Kriminalität, dem Entwicklungsprogramm
der UN (UNDP), der Kommission für Menschenrechte
und des Ausschusses für Programmgestaltung undKoordination. Auf der 47. Sitzung der UN-Vollversammlung
im Oktober 1992 wurde Korea in den Wirtschafts- und
Sozialrat gewählt, der neben dem Sicherheitsrat und der
Vollversammlung eines der wichtigsten Organe der UN ist.
2005 betrug Koreas finanzieller Beitrag zum laufenden
Haushalt der UN 32 Millionen US-Dolla; damit liegt Korea
auf Platz zehn aller Mitgliedsstaaten.
Auf der Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrates (ECOSOC)
im Januar 1993 wurde die Republik Korea zu einem der
Vize-Präsidenten und zum Vorsitzenden des Ausschusses des
Wirtschafts- und Sozialrates (ECOSOC) gewählt. Die
Republik Korea wurde auch in die Kommission zur Entwicklungsförderung
gewählt, einer im Februar 1993 unter
dem ECOSOC gegründeten Kommission, zu deren Aufgaben
es gehört, die Aktivitäten im Bereich Umwelt und Entwicklung
zu koordinieren und zu überwachen.
Während ihrer jahrzehntelangen Mitgliedschaft in den UN
hat die Republik Korea auch eine aktive Rolle gespielt, wenn
es um Konfliktprävention und friedenssichernde Missionen,
Abrüstungsgespräche, Umweltschutz, Entwicklungsprojekte
und den Schutz der enschenrechte ging. Insbesondere ihre
Rolle als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat zwischen
1996 und 1997 war eine unschätzbare Erfahrung, durch die
Korea sein diplomatisches Profil schärfen konnte. In dieser
Zeit hat Korea konstruktiv zu den Diskussionen über wichtige
regionale Konflikte beigetragen, indem es das Problem der
“politischen Flüchtlinge” hervorhob.
Als friedliebendes Mitglied der UN hat sich Korea der
Bewahrung des internationalen Friedens und der Sicherheit
verschrieben und nimmt daher aktiv an friedenssichernden
Maßnahmen der UN teil. So entsandte es 1993 zunächst eine
250 Mann starke Pioniertruppe nach Somalia (UNOSOM II),
anschließend folgte 1994 die Entsendung einer 42-köpfigen
Sanitätseinheit in die westliche Sahara (MINURSO) und1995 einer 198-köpfigen Pioniertruppe nach Angola (UNAVEM
III). Durch die erstmalige Entsendung einer
Infanterieeinheit mit mehr als 400 Soldaten nach Ost-Timor
(UNTAET) hat Korea seine Rolle in den friedenssichernden
Aktivitäten verstärkt. Zudem wurde 2002 ein koreanischer
Militäroffizier zum Kommandanten der UN-Friedenstruppen
auf Zypern ernannt (UNFICYP).
Mangels Erfahrung haben Entwicklungsländer oft ernsthafte
Probleme, Wirtschaftspläne aufzustellen, das nötige
Investitionskapital bereitzustellen und eine Wirtschaftspolitik
in die Wege zu leiten, die anhaltendes wirtschaftliches
Wachstum garantiert. Für solche Nationen kann die Republik
Korea ein Beispiel sein.
Bereits in den 1960er Jahren begann Korea damit, kleine
Gruppen aus Entwicklungsländern zur Ausbildung nach
Korea einzuladen oder Entwicklungshelfer nach Übersee zu
schicken. Nach 1975, als Koreas Wirtschaft schon weiter
gewachsen war, begann das Land, seine Hilfe in vielfältiger
Form auszubauen. So stellte es beispielsweise Maschinen und
technisches Material, vor allem für das Bauwesen, bereit, und
unterstützte Entwicklungsländer durch Darlehen aus einem
Fond für wirtschaftliche Zusammenarbeit (EDCF) sowie
direkt durch die Entsendung von Personal. Hier ist insbesondere
die Entsendung von freiwilligen Jugendlichen im
Rahmen eines Jugendprogramms zu erwähnen.
Die Republik Korea hat die Entwicklungsländer auch durch
eine Beteiligung an multilateralen Programmen, wie dem
Internationalen Währungsfonds (IWF), der Internationalen
Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), der
Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sowie an nahezu
einem Dutzend anderer internationaler Finanzorganisationen,
gefördert.
Im April 1991 gründete die Republik Korea das Amt für
Internationale Zusammenarbeit (KOICA), das dem Außenministerium unterstellt ist. Es ist die Aufgabe von KOICA, die
Hilfe für die Entwicklungsländer weiter zu verstärken. Über
diese Institution wird die technische und finanzielle Hilfe für
die Entwicklungsländer abgewickelt und Koreas Erfahrung
auf verschiedenen Gebieten an die Länder der Dritten Welt
weitergegeben.
KOICA schickt zum Beispiel Ärzte, Industrieexperten,
Taekwondo-Lehrer oder freiwillige Helfer nach Übersee, lädt
junge Menschen aus den Entwicklungsländern zur Ausbildung
ein und unterstützt Nichtregierungsorganisationen. KOICA
trägt auch zur Verbesserung von Koreas Image bei, indem es
eigene Verbindungen zur Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern
aufbaut. 2004 steuerte Korea 423 Millionen USDollar
zur offiziellen Entwicklungshilfe (ODA) bei.
Die Republik Korea hat sich auch verpflichtet, den kulturellen
Austausch zu fördern, um durch die Freundschaft mit anderen
Ländern zu einer weltumspannenden Aussöhnung zwischen
allen Ländern beizutragen. Das Land bemüht sich auch
darum, andere Länder mit seiner Kunst und Kultur vertraut zu
machen. Es fördert koreanische Studienprogramme im Ausland
ebenso wie akademische Symposien und den Austausch von
Sportlern. 1991 wurde die Korea Foundation gegründet, um
den internationalen kulturellen Austausch zu fördern. |
Die Politik der Regierung Roh Moo-hyun
für Frieden und Prosperität in Nordostasien |
Im Zeitalter nach dem Kalten Krieg, das geprägt ist von
Globalisierung, Wissen und Information, beginnt das
Zeitalter Nordostasiens, das heute eine treibende Kraft für
die Weltwirtschaft ist. In dieser Region fließen Kapital,
Technologie, Produktion und Logistik zusammen.
Die koreanische Halbinsel, im Zentrum Nordostasiens
gelegen, ist immer noch gefangen in der Ordnung des Kalten Krieges. Die historische Konfliktstruktur zwischen China,
Japan, Russland und den USA muss sich noch verändern und
zu einem vorwärtsblickenden System des Friedens und der
Zusammenarbeit entwickeln.
Es ist das Bestreben der Regierung Roh Moo-hyun, die
Initiative zu ergreifen und Nordostasien in ein Zeitalter
von Frieden und Prosperität zu führen. Es ist für Korea von
entscheidender Bedeutung, eine Friedensstruktur auf der
koreanischen Halbinsel zu etablieren und Korea zum
Zentrum Nordostasiens aufzubauen.
Die Regierung Roh Moo-hyun ist bestrebt, Korea zur
Drehscheibe Nordostasiens zu machen. Dies soll geschehen
durch: 1) Fortsetzung des innerkoreanischen Austauschs und
der Zusammenarbeit; 2) Aufbau eines Systems der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit in Nordostasien und 3) Aufbau
einer Infrastruktur für ein Logistik- und Handelszentrum.
Durch folgende Schritte soll das Logistikzentrum aufgebaut
werden: 1) Ausbau des Internationalen Flughafens
Incheon zum zentralen Flughafen Nordostasiens, gleichzeitig
Ausbau der Häfen Gwangyang und Busan zu zentralen Häfen
der Region; 2) Ausbau des Internationalen Flughafens
Incheon und des Hafens Incheon zum Logistikzentrum für die
Großstadt Seoul und deren Einzugsgebiete; 3) erneute
Verbindung der zwei innerkoreanischen Eisenbahnlinien
und der im Bau befindlichen Straßen sowie Aufbau eines
Verkehrsnetzwerks mit Anschluss an die Transsibirische
Eisenbahn (TSR) und die Transchinesische Eisenbahn |
(TCR), so dass bis 2015 ein integriertes Logistik- und
Informationsnetzwerk entsteht, das die Flughäfen und Häfen
miteinander verbindet. |
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