Wirtschaftliches Wachstum

Korea hatte vor kurzem mit einer wirtschaftlichen Krise zu kämpfen, die Ende 1997 begann. Sie hatte ganz Asien erfasst und stellte eine ernste Bedrohung für Koreas beachtliche wirtschaftlichen Leistungen dar. Aber dank der strikten Einhaltung des IWF-Abkommens, dem Reformkurs der koreanischen Regierung sowie der erfolgreichen Verhandlungen mit ausländischen Kreditbanken über die Umstrukturierung von Auslandsschulden, ist die Wirtschaft heute wieder auf Wachstumskurs. Bereits kurz nach Ausbruch der Krise hat Korea damit begonnen, sich rasch in die Weltwirtschaft zu integrieren mit dem Ziel, die Probleme, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben, durch den Aufbau eines fortschrittlichen Wirtschaftssystems zu überwinden.
Korea, das als eines der ärmsten Agrarländer der Welt bekannt war, hat erst 1962 mit der Entwicklung seiner Wirtschaft begonnen. In weniger als vier Jahrzehnten hat es erreicht, was, in Anspielung auf den Fluss, der durch Seoul fließt, als das „Wunder vom Hangang“ bekannt wurde - eine erstaunliche Entwicklung, die die koreanische Wirtschaft völlig veränderte und einen Wendepunkt in der koreanischen Geschichte darstellte.
Eine nach außen orientierte Wirtschaftsstrategie, die auf den Export als Antrieb zum Wachstum setzte, hat in großem Maße zu dem wirtschaftlichen Umschwung beigetragen. Auf dieser Strategie aufbauend wurden viele erfolgreiche Wirtschaftsprogramme auf den Weg gebracht.Das hatte zur Folge, dass das Bruttovolkseinkommen in den Jahren von 1962 bis 2005 von 2,3 Milliarden auf 786,8 Milliarden USDollar stieg und das Pro-Kopf-Einkommen von 87 auf ca.
16.291 US-Dollar. Diese eindrucksvollen Zahlen zeigen, wie erfolgreich die Wirtschaftsprogramme waren.
Aufgrund der starken Fluktuationen der Wechselkurse sank das Bruttovolkseinkommen 1998 drastisch auf 340,4 Milliarden US-Dollar und das Pro-Kopf-Einkommen auf 7.335 US-Dollar. Im Jahr 2002 erreichte die Wirtschaft aber wieder den Stand, den sie vor der Wirtschaftskrise hatte.
Dank der Liberalisierungspolitik und des wachsenden Pro- Kopf-Einkommens nahmen Koreas Importe stetig zu. Als einer der größten Importmärkte der Welt übertraf Koreas Importvolumen 1995 das von China. Korea importierte fast so viel wie Malaysia, Indonesien und die Philippinen zusammengenommen.
Zu den wichtigsten Importgütern gehören Rohstoffe wie Rohöl und Mineralien, Konsumgüter, Nahrungsmittel, Maschinen, elektronische Ausrüstungen und Transportausrüstungen.
Seit den 1960er Jahren hat sich Korea rapide entwickelt, vor allem wegen hoher Spar- und Investitionsraten, aber auch, weil es der Erziehung einen hohen Stellenwert einräumt. 1996 wurde Korea als 29. Mitglied in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufgenommen.
Koreas Wirtschaft ist eine der am schnellsten gewachsenen Wirtschaften der Welt, die im 21. Jahrhundert eine Schlüsselstellung innerhalb Asiens einnehmen will. Die nordostasiatische Region hat die nötigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung, eine Bevölkerung von 1,5 Milliarden Menschen, ausreichend vorhandene, natürliche Ressourcen und einen großen Absatzmarkt.
Wissenschaft und Technologie
Um die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie weiter zu fördern, hat die Regierung 1966 das Institut für Wissenschaft und Technologie (KIST) und 1967 das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST) gegründet.
Am Anfang hatte sich Korea auf diesem Gebiet darauf beschränkt, Technologien aus dem Ausland zu übernehmen. In den 1980er Jahren wurde jedoch sehr viel Gewicht auf Forschungsprojekte gelegt, um Personen mit besonderen Begabungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie zu fördern. Hierzu gehörten auch Programme zur Förderung von Investitionen auf dem öffentlichen Sektor und im privaten Bereich sowie zur Ausbildung hochqualifizierter Arbeitskräfte.
Seit Beginn der 1990er Jahre konzentrierte sich die Regierung auf drei Gebiete: Sie förderte die Forschung im Bereich der grundlegenden Wissenschaften, sorgte für eine bessere Nutzung der vorhandenen Forschungsprogramme und weitete die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Wissenschaft und Forschung aus. Auf diese Weise soll die Wettbewerbsfähigkeit Koreas auf technologischem Gebiet gesteigert werden.
Um ihr Ziel zu erreichen, hat die Regierung 2003 Wissenschaft und Technologie zum Hauptpunkt ihrer politischen Agenda zur Förderung des Wirtschaftswachstums gemacht. Das Verwaltungssystem für Wissenschaft und Technologie wurde grundlegend umstrukturiert. Die Stellung des Ministers für Wissenschaft und Technologie (MOST) wurde zu der des stellvertretenden Ministerpräsidenten aufgewertet, um politische Strategien für die Erneuerung von Wissenschaft und Technologie besser planen, koordinieren und evaluieren zu können. Zusätzlich wurde im Oktober 2004 das Amt für die Erneuerung von Wissenschaft und Technologie (OSTI) gegründet, um als Verwaltungsorgan des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (NSTC) zu dienen. Dieser trägt unter anderem die Verantwortung für das Gesamtmanagement und die Koordination von Projekten im Bereich von Wissenschaft und Technologie, für staatliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte, für den Einsatz der Industrie und von Arbeitskräften im Bereich der Innovationen in Wissenschaft und Technologie sowie für eine Politik der technologischen Weiterentwicklung in den einzelnen
Regionen. Der Nationale Rat für Wissenschaft und Technologie ist zuständig für drei Forschungsräte und 19 von der Regierung geförderte Forschungseinrichtungen im Bereich von Wissenschaft und Technologie.
2004 verkündete die Regierung einen Plan, nach dem das Nationale Innovationssystem (NIS) restrukturiert werden soll. Bei dem Plan geht es in erster Linie darum, nicht nur aufzuholen, sondern kreativ zu arbeiten, indem man das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure intensiviert und auf Paradigmen hinarbeitet, die sich an Leistung und Nachfrage orientieren.
Die Investitionen auf dem Gebiet von Wissenschaft und Forschung beliefen sich Ende 2004 auf 19 Milliarden USDollar, das entsprach 2,85 Prozent des Bruttosozialprodukts. Korea will vor allem auch in Technologien investieren, die von öffentlichem Nutzen sind und die Lebensqualität verbessern, und in solche, die zur Schaffung neuer Industriezweige führen können.
Darüber hinaus will Korea aber auch verstärkt an globalen Projekten zur Erhaltung der Umwelt, zur stabilen Nahrungsmittel- und Energieversorgung und zur Förderung des

Gesundheitswesens mitarbeiten, um so einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation aller Menschen zu leisten.