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Die Koreaner haben aufgrund der topografischen
Besonderheiten ihres Landes verschiedene spezifische
Eigenheiten entwickelt. Die ozeanischen und kontinentalen
Einflüsse prägten die Identität der Bewohner, welche der
Entwicklung von Kunst und Kultur zugrunde liegt. Im Lauf
von Jahrtausenden haben sich die Koreaner und die vorherrschenden
Kulturen des asiatischen Kontinents gegenseitig
beeinflusst, trotz der peripheren Lage Koreas auf der nordöstlichen
Seite. Es ist bemerkenswert, dass das Land trotz der
Beherbergung bedeutender Religionen und Traditionen aus
anderen asiatischen Regionen in vielerlei Hinsicht eine wahrhaft
ausgeprägte Kultur entwickelt hat, die von manchen als
“Zentralität der Koreanischen Kultur” bezeichnet wird.
Aufgrund dieser topografischen Einflüsse entwickelten die
Koreaner einen friedliebenden und gleichzeitig dynamischen
Charakter und schufen so eine Kultur, die gleichzeitig kontemplativ
und dynamisch, lebensbejahend und gefühlsbetont
ist.
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Anerkennung von koreanischen
Kulturschätzen durch die UNESCO |
Die UNESCO hat in Anerkennung der Einzigartigkeit der
koreanischen Kultur einige ihrer Kulturschätze auf die Liste
des Weltkulturerbes gesetzt. Dazu gehören der Bulguksa-
Tempel und die Seokgkuram-Grotte aus dem 8. Jahrhundert,
beide in Gyeongju, Provinz Geongsangbuk-do, gelegen, die Holzblöcke der Tripitaka Koreana (zum Druck buddhistischer
Schriften) und der Janggyeongpanjeon (die alte
Lagerstätte dieser Holzblöcke) im Haeinsa-Tempel in der
Provinz Gyeongsangnam-do, der Jongmyo-Schrein und der
Changdeokgung-Palast in Seoul und die Festung Hwaseong
in Suwon. Im Jahr 2000 wurden zwei weitere koreanische
Kulturschätze in die Liste aufgenommen: die prähistorischen
Dolmen in Gochang, Hwasun und Ganghwa und das gesamte
Gebiet von Gyeongju, der Hauptstadt des alten Silla-Reiches
(57 v. Chr. - 935 n. Chr.), wo unzählige Kulturschätze und historische
Stätten sorgfältig erhalten werden.
Der Tempel Bulguksa und die Seokguram-Grotte wurden
zur Zeit des Silla-Königreichs beginnend mit dem Jahr 751
über einen Zeitraum von 23 Jahren vom Ersten Minister Kim
Dae-seong (701-774) erbaut. Es ist überliefert, dass Kim als
der Sohn eines Ersten Ministers wiedergeboren wurde, weil er
in seinem vorherigen Leben der pietätvolle Sohn einer armen
Witwe war. Er wurde Erster Minister, trat aber im Jahr 750
von diesem Amt zurück, um den Bau des Tempels Bulguksa
zu überwachen und so die Eltern seines derzeitigen Lebens zu
ehren. Zur Ehrung der Eltern seines früheren Lebens ließ er
die Seokguram-Grotte erbauen. Bulguksa diente der öffentlichen
Verehrung des Königs und die Seokguram-Grotte seiner
persönlichen Verehrung. Errichtet auf einer Reihe von
Steinterrassen, scheint der Tempel auf natürliche Weise aus
dem felsigen Terrain der bewaldeten Ausläufer des
Tohamsan-Berges herauszuragen.
Zum Bulguksa-Tempel gehören die Seokgatap- (Pagode
des Historischen Buddha) und die Dabotap-Pagode (Pagode
der vielen Schätze), die Cheongungyo- (Blaue-Wolke-
Brücke), die Baegungyo- (Weiße-Wolken-Brücke) und die
Chilbogyo-Treppe (Brücke der Sieben Schätze), die Brücken
genannt werden, da sie symbolisch von der diesseitigen Welt
in das Land Buddhas, Bulguk, führen. Ferner finden sich in-und außerhalb der Tempelanlagen einige vergoldete
Buddhastatuen und andere herausragende Kunstschätze.
Zwei der schönsten Pagoden Koreas findet man im Hof der
Daeungjeon-Halle. Die 8,3 Meter hohe Seokgatab-Pagode
(Pagode des Sakyamuni) und die 10,5 Meter hohe Dabotab-
Pagode (Pagode der zahlreichen Schätze) wurden beide um
756 erbaut. Die Seokgatab-Pagode zeichnet sich durch einen
insgesamt eher maskulinen, schlichten Charakter aus. Ihre
erhabene Würde deutet auf den geistigen Aufstieg durch die
Befolgung der Lehren des Sakyamuni hin. Die Dabotab-
Pagode ist reich verziert, von eher femininer Ausstrahlung
und symbolisiert die Komplexität der Welt.
Die Seokguram-Grotte wurde zur gleichen Zeit erbaut wie
der Bulguksa-Tempel und im Laufe der Jahre mehrfach neu
gestaltet. Sie ist eine künstlich geschaffene Steingrotte, in der
sich 38 Buddhastatuen befinden. Wie die Bauwerke in der
Nähe des Bulguksa-Tempels ist auch sie aus Granit.
Sie besteht aus einem rechtwinkligen Vorraum und einer
runden Innenkammer mit einem kuppelförmigen Dach, die
durch einen rechtwinkligen Durchgang miteinander verbunden
sind. Die aus einem einzigen Granitblock gemeißelte 3,5
Meter hohe Hauptstatue zeigt einen mit gekreuzten Beinen
sitzenden Buddha auf einem Lotusthron, dessen Gesicht nach
Osten gewandt ist. Seine Augen sind in stiller Meditation
geschlossen, und ein gelassener und allwissender Ausdruck
spiegelt sich in seinem Gesicht wider.
Seokguram verbindet Sillas Wissen über Architektur,
Mathematik, Geometrie, Physik, Religion und Kunst zu einer
organischen Einheit und ist eines der größten buddhistischen
Meisterwerke Koreas.
Der Janggyeongpanjeon im Haeinsa-Tempel ist der
Aufbewahrungsort der Tripitaka Koreana, die aus mehr als
81.258 hölzernen Druckplatten besteht, der Goryeo-Version
des buddhistischen Kanons. Mit der präzisen Wiedergabe von mehr als 52 Millionen chinesischen Schriftzeichen gilt sie als
eine der ältesten und umfassendsten Sammlungen der Lehren
Buddhas, die heute in der Welt existieren.
Der Jongmyo-Schrein wurde 1395, drei Jahre nach Beginn
der Joseon-Zeit, errichtet, um die sterblichen Überreste der
Könige und Königinnen aufzubewahren. Die traditionellen
Ahnengedenkfeiern werden jeden ersten Sonntag im Mai am
Jongmyo-Schrein abgehalten. Während dieser Zeremonie
wird eine besondere Musik, die sogenannte Jongmyo
Jeryeak, gespielt.
Der Changdeokgung-Palast wurde 1405 errichtet. Er
brannte 1592 während der japanischen Invasion nieder und
wurde später erneut aufgebaut. Der Palast an sich ist ein
Meisterwerk, der hintere Garten, Huwon genannt, ist jedoch
aufgrund seiner wunderschön gestalteten Anlagen besonders
erwähnenswert. In diesem Garten, der 300 000 qm des insgesamt
405 636 qm großen Palastgrundstücks umfasst, sind
inmitten eines dichten Waldes auf geschmackvolle Weise
malerische Pavillons und Hallen, Lotusteiche, einzigartige
geformte Felsen, Steinbrücken, Treppen, Kanäle und
Springbrunnen angelegt. Sie alle sind wichtige Bestandteile
eines traditionellen Gartens im koreanischen Stil.
Die Festung Hwaseong wurde 1796, nach 34 Monaten
Bauzeit, in Suwon, südlich von Seoul, fertiggestellt.
In die Konstruktion der Festung flossen sowohl die neuesten
Technologien und Theorien über militärische Verteidigung ein,
als auch ästhetische Prinzipien und machten Hwaseong zur
fortschrittlichsten Festung der damaligen Zeit. Sie erstreckte
sich über bergiges Gelände und Flachland und umschloss
städtisches Gebiet. Hwaseong umfasste vier Haupttore,
sieben kleinere Tore, Gefechtsstände, Beobachtungstürme,
Wehrgänge, Schieß-Plattformen, Wachposten und Bunker.
Die 5743 Meter lange Festungsmauer ist größtenteils noch
erhalten.
1997 legte die UNESCO ein Register zum Schutz bedrohter
Aufzeichnungen und Dokumente an, mit dem Ziel, solche
Schriften zu erhalten, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung
neue technologische Horizonte eröffneten. In dieses Register
wurden aus Koreas schriftlichen Hinterlassenschaften das
Hunminjeongeum (korrekte Laute zur Unterweisung des
Volkes), das Joseonwangjosillok (Annalen der Joseon-
Dynastie), das Buljo Jikjisimcheyojeol (ausgewählte
Predigten buddhistischer Weiser und Seon-Meister) und das
Seungjeongwon Ilgi (Tagebücher des königlichen
Sekretariats) aufgenommen. Das Hunminjeongeum (korrekte
Laute zur Unterweisung des Volkes) war der Vorläufer
eines Lehrbuches für den Unterricht des Hangeul, des koreanischen
Alphabetes, das von König Sejong, dem vierten
König der Joseon-Zeit, entwickelt wurde.
Das neue Alphabet wurde 1446, im 28. Regierungsjahr
König Sejongs, eingeführt. Das Joseonwangjosillok (Annalen
des Joseon-Reichs) entstand aus der Tradition, für jede
Regentschaft ein historisches Dokument anzulegen. Es
beginnt 1413 mit den Annalen von König Taejo, dem Gründer
und ersten König des Joseon-Reichs und wurde bis zum
Niedergang des Reiches fortgeführt.
Diese Annalen wurden von den Historikern des „Amtes für
die Sammlung von Annalen“ (Chunchugwan) aufgezeichnet.
Um ihren Erhalt zu gewährleisten, fertigte man Kopien an, die
in speziellen Lagerstätten im ganzen Land aufbewahrt wurden.
Die UNESCO hat die koreanischen Kulturschätze in das
Weltkulturerbe aufgenommen, damit diese herausragende
Kultur mit ihren Schätzen auch der übrigen Welt zugänglich
wird.
In dieses Register
wurden aus Koreas schriftlichen Hinterlassenschaften das
Hunminjeongeum (korrekte Laute zur Unterweisung des
Volkes), das Joseonwangjosillok (Annalen der Joseon-
Dynastie), das Buljo Jikjisimcheyojeol (ausgewählte
Predigten buddhistischer Weiser und Seon-Meister) und das
Seungjeongwon Ilgi (Tagebücher des königlichen
Sekretariats) aufgenommen.
Das Buljo Jikjisimcheyojeol, das 1372 von dem Mönch
Baegun (1398-1374) verfasst wurde, enthält die Grundlagen
des Seon (Zen)-Buddhismus. Die Schlüsselwörter des Titels
„Jikjisimche“ wurden aus einem berühmten Ausspruch über das Erlangen von Erleuchtung durch das Praktizieren des
Seon entnommen. Eine Schlussschrift auf der letzten Seite
des Buches besagt, dass es 1377 mit beweglichen
Metalllettern im Tempel Heungdeoksa gedruckt wurde, etwa
70 Jahre vor dem Druck der Gutenberg-Bibel in Deutschland.
Es ist also das älteste, mit beweglichen Metalllettern gedruckte
Buch der Welt.
Das Seungjeongwon, das Königliche Sekretariat zur Zeit
des Königreichs Joseon, war verantwortlich für das Verfassen
des Seungjeongwonilgi, eines detaillierten Berichts über die
täglichen Ereignisse und den offiziellen Zeitplan des
Königshofes, der vom ersten König des Joseon-Reiches
Taejo (Regierungszeit: 1392-1398) bis zum letzten König
Sunjong (Regierungszeit: 1907-1910) geschrieben wurde.
Heute existieren allerdings nur 3.243 dieser Tagebücher. In
den Seungjeongwonilgi ist die größte Sammlung von
authentischen, historischen Informationen und Staatsgeheimnissen
des Königreichs Joseon enthalten. Sie dienten
als Primärquelle für die Annalen des Königreichs Joseon, ihr
historischer Wert ist also noch größer, als der der Annalen.
Zum Schutz des Mündlichen und Immateriellen Erbes der
Menschheit beschloss die UNESCO 1998, auch Meisterwerke
aus diesem Bereich in ein Register aufzunehmen. Seit der ersten
Bekanntmachung dieses Beschlusses im Jahr 2001 wurden drei
immaterielle Kulturschätze Koreas zu Meisterwerken erklärt.
Zu diesen gehören das Jongmyo Jerye und Jongmyojeryeak
(Königliche Ahnenriten und Rituelle Musik), das Pansori
(Epischer Gesang) und das Gangneung-Danoje-Festival.
Jongmyojerye sind die Ahnengedenkriten, die für die
Unterhaltung der Könige und Königinnen der Joseon-Zeit am
Jongmyo (dem Königlichen Ahnenschrein), der ihre
Ahnentafeln beherbergt, abgehalten wurden. Jongmyo-
Jeryeak, die Königliche Rituelle Ahnenmusik, wurde
während der Riten aufgeführt. Botaepyeong („Großen Frieden bewahren“) war eine aus elf Teilen bestehende Suite,
die von rituellem Tanz begleitet war und die zivilen
Errungenschaften der Gründer der Dynastie pries.
Jeongdaeeop („Eine große Dynastie gründen“) war eine Suite
aus 15 Teilen, die die militärischen Errungenschaften rühmte.
Diese beiden Werke wurden 1447 verfasst. Zwei zusätzliche
Stücke, die als Jongmyoakjang bekannt sind, entstanden
einige Jahre später. Hunderte von Priestern, Musikern,
Tänzern und Dienern nehmen an dem Ereignis teil, das die
Feierlichkeit und Großartigkeit konfuzianischer Rituale
widerspiegelt. Es ist ein seltenes Beispiel für ein
immaterielles kulturelles Meisterwerk, das seine Originalform
500 Jahre beibehalten hat.
Pansori ist ein Genre des musikalischen Geschichtenerzählens,
das von einem Sänger mit Trommelbegleitung
aufgeführt wird. Diese volkstümlichen, epischen Einzelgesänge,
die durch einen ausdrucksstarken Gesang, durch stilisierte
Sprache und nachahmende Gesten charakterisiert sind, schließen
sowohl aristokratische als auch volkstümliche
Kultur ein. Das Wort Pansori setzt sich aus den
Bestandteilen Pan (ein öffentlicher Platz, wo sich
Menschen versammeln) und Sori (Lied)
zusammen. Aufführungen können bis zu acht
Stunden dauern, bei denen ein Sänger oder eine
Sängerin Texte improvisiert, die sowohl
ländliche Dialekte als auch gelehrte literarische
Ausdrücke enthalten. Die Vertonung, die
Charaktere und die Szenerie des Pansori
stammen aus der Joseon-Zeit (1392-1910).
Danoje, das abgehalten wird, um für
eine gute Ernte zu beten, fällt auf den
fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender und
kennzeichnet das Ende der
Gerste- und Reispflanzzeit.
Traditionell war es neben
dem Neujahrstag und Chuseok,
dem Erntefest, einer der drei
wichtigsten Feiertage. Das
Gangneung-Danoje-Fest ist
das größte traditionelle Fest in
Korea. Es findet in der Provinz
Gangwon-do, hauptsächlich
in der Stadt Gangneung, statt.
Es wird im vierten bis Anfang
des fünften Monats nach dem Mondkalender gefeiert, dauert
also fast vier Wochen. Musik, Tanz, Literatur und Drama, die
mit dem Fest in Zusammenhang stehen, haben einen hohen
künstlerischen Wert, da das Fest fast tausend Jahre lang
veranstaltet wurde und die Geschichte und das Leben des
einfachen Volkes widerspiegelt. Das Fest schließt auch |
religiöse koreanische Traditionen wie Konfuzianismus,
Schamanismus, Buddhismus und Taoismus mit ein und stellt
eine Vielfalt von Zeremonien und Aufführungen vor. |
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